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Was tun, wenn die Heizung versagt

Tipps zur Selbsthilfe:

Wenn die Heizung Ihren Dienst versagt, kann dies verschiedene Ursachen haben. Am besten sucht man die Fehlerquelle systematisch.

1. Möglichkeit: 

Die Heizungsanlage ist kalt. Die Heizungsreglung (digitale Steuerung) zeigt nichts an:

  • Ist die Sicherung für die Heizung noch drin?
  • Wurde der Notschalter für die Heizung aus Versehen gedrückt? - Der Notschalter unterbricht jegliche Stromzufuhr. Damit kann die Heizung auch nicht starten. Damit die Heizungsreglung anschließend die Einstellungen noch verfügbar hat, ist in der Steuerung je nach Bauart eine Batterie oder ein Akku eingebaut. Allerdings unterliegt die Batterie/Akku einer Alterung und kann bei längerem Stromausfall auch den Dienst versagen. Daher ist es auch bei der Betankung ratsam, die Temperatur (Heizung und Warmwasser) herunter zu regeln, damit die Heizung nicht anspringt. Damit kann ein Altern des Stromspeichers hinausgezogen werden.

2. Möglichkeit: 

Die Heizungsanlage ist kalt, am Brenner leuchtet eine rote Lampe - der Brenner springt nicht an.
Bei modernen Ölbrennwertheizungen ist oftmals kein Knopf zu sehen. Hier hilft nur ein Blick in die Betriebsanleitung! Einige Platzierungsbeispiele wollen wir Ihnen dennoch nicht vorenthalten:
Bei einer Brotje Brennwertheizung befindet sich der Entstörungsknopf hinter der Heizungsreglung. Diese muss hierfür abgeschraubt werden.
Die Firma Oertli hat noch den roten Knopf. Bei einigen Modellen ist der Entstörungsknopf in der Heizungsreglung zu finden.
Buderus ist einfach. Hier gibt es in der Heizungsreglung einen Reset - Knopf, der gedrückt werden muss.
Bei der Firma Wolf ist eine Entstörung über das Reglungsmenü möglich.
Maßnahme: Den roten Kopf an dem Brenner 1 mal drücken, es dauert ein wenig, bis sich etwas am Brenner bewegt. Läuft der Brenner an, könnte der Fehler schon behoben sein. Leuchtet anschließend wieder die rote Lampe, kann der Vorgang noch einmal wiederholt werden. Manche Heizungen benötigen 2-3 Anläufe um wieder zu funktionieren. Mehrere Versuche sollten dem Fachmann vorbehalten sein, um Schäden an der Heizung zu verhindern.



3. Möglichkeit: 

Die Entstörung am Brenner war erfolglos - die Ölzufuhr kann unterbrochen sein.
Neben der Heizungsanlage ist ein Ölfilter angebracht. Steht im unteren Sichtglas weniger Öl als sonst, kann die Ölzufuhr ein Problem haben. Die Abbildung links zeigt den Füllstand im Normalbetrieb an.
Sind hier viele Luftbläschen im Schauglas könnte auch ein undichtes Antiheberventil Schuld an dem Ausfall der Heizung sein. Zieht die Heizung Luft statt Öl aus dem Tank, läuft die Heizung auf Störung. Die Heizungsbauer stellen in der letzten Zeit vermehrt Undichtigkeiten des Antiheberventils fest.


Ist eventuell die Zugsicherung der Tanks gezogen worden. Diese Vorrichtung haben einige Tanks. An der Entnahme ist ein kleines weißes oder teilweise rotes Hebelchen. Dieses Hebelchen muss nach oben stehen. Steht es im 90 ° Winkel ist die Heizölzufuhr gestoppt. Abhilfe: Hebel wieder umlegen und die rote Brennerlampe drücken.


4. Möglichkeit:

Der Hebel war es nicht - als nächstes sollte der Ölstand geprüft werden.
Bei Kunststofftanks ist eine Sichtprüfung möglich. Selbst Tanks, die sehr vergilbt sind, kann man den Ölstand entlocken. Einwandige Tanks können abgeklopft werden. Der Ölstand sorgt für eine unterschiedliche Tonentwicklung. Ansonsten bitte den Raum abdunkeln und eine starke Lampe auf die Tank stellen. In den Tankzwischenräumen kann man in der Regel den Füllstand erkennen. Bitte überprüfen Sie jeden einzelnen Tank, denn wenn ein Tank leer ist und Luft zieht, geht die Heizung auf Störung. Eine ungleichmäßige Entnahme entsteht dann, wenn eine Entnahmeleitung verstopft ist. Es kann dann z.B. ein Tank voll sein und der andere Tank leer. In solchen Fällen können wir Ihnen als Heizölhändler nicht weiterhelfen, da erst der Tank umgepumpt werden muss. Würden wir Ihnen unseren Tankwagenschlauch anschließen, würde sehr schnell das Heizöl über die Entlüftung seinen Weg nach draußen suchen.
Bei Metall- oder kellergeschweißten Tanks bleibt nur der Blick auf die Uhr. Sollte diese ihren Dienst versagen, kann die Uhr abgeschraubt werden und mit einem Zollstock im Tank nachgemessen werden. 

D o c h ........V o r s i c h t .......https://strato-editor.com/.cm4all/uproc.php/0/.pneumatische%20Tankuhr.jpg/picture-400?_=18572f3eab6
aber bei kellergeschweißten Tanks mit Plastikinnenhülle. Mit dem Zollstock kann diese Innenhülle verletzt werden und ein großer Schaden kann entstehen! Weiterhin sind mitunter Leckwarner verbaut, die Schaden nehmen können!
Bei Erdtanks (Abbildung rechts) kann mittels Messstab, der hinter der kleinen Verschraubung versteckt ist, die Füllhöhe gemessen werden.


Es gibt allerdings Erdtanks, deren Füllhöhe mit einer pneumatischen Uhr gemessen wird. Diese ist meistens im Keller und nicht im Tankschacht angebracht. Diese Uhren glänzen mit ungenauen Anzeigen und können allenfalls ein grober Anhaltspunkt sein. Betätigt wird die Uhr durch ziehen des schwarzen Hebels nach unten.

Bei Erdtanks kann im Winter die Entnahmeleitung zufrieren. Das dünne Kupferrohr liegt frei im Schacht, der in der Regel nur mit einer dünnen Metallplatte abgedeckt ist. Hier kann der Frost hineinkriechen und das Öl paraffiniert in der Leitung aus. Besteht dieser Verdacht, dann kann nur der Heizungsbauer und die Tankschutzfirma helfen. Übergangsweise kann ein Kanister die Heizung mit Öl versorgen. Solche Kanister sind bei uns erhältlich. Auf lange Sicht sollte der Schacht gedämmt werden. Als Schnellmaßnahme können Rockwollplatten helfen. Zuvor muss allerdings die Leitung erst wieder gangbar gemacht werden.


5. Möglichkeit: 

Der Kessel bzw. die Heizungsanlage ist warm, die Räume aber kalt:
Bitte die Umwälzpumpe der Heizung überprüfen. Ist die Sicherung für die Umwälzpumpe eingeschaltet? Bei einem Defekt der Umwälzpumpe hat der Brenner volle Temperatur, die nach der Umwälzpumpe angebrachten Uhren zeigen aber nur sehr niedrige Temperaturen an. Wenn dies der Fall ist, ist dies ein Fall für den Heizungsfachmann. Hier können wir Ihnen nicht helfen.


6. Möglichkeit: 

Der Kessel ist warm, die Umwälzpumpe läuft, aber die Räume sind kalt.
Hier könnte der mangelnde Wasserdruck dafür verantwortlich sein. Neben der Heizung ist ein Barometer angebracht. Der Wasserdruck sollte bis zum roten Zeiger (i.d.R. max. bis 2 bar bei einem 1-3 Familienwohnhaus) anzeigen. Steht er niedriger, bleiben die Heizungen kalt. Je höher sie im Haus angebracht sind, desto kälter sind sie. Hier hilft nur Wasser aufzufüllen. An jeder Heizung ist ein Wasserschlauch angebracht. bzw. es kann ein Schlauch angeschlossen werden. Anschließend dreht man den Hahn am Wasserhahn und den rote Hahn an der Heizung auf und füllt Wasser bis zum Erreichen des roten Zeigers auf. Anschließend beide Wasserhähne wieder zudrehen - fertig. In Mehrfamilienhäuser sind mittlerweile Wasserhähne Pflicht, die ein Zurücklaufen des Heizungswasser in das Trinkwassernetz verhindern. Diese Zapfstellen sehen auf dem ersten Blick wenig nach einem Wasserhahn aus.


7. Möglichkeit: 

Ist der richtige Betriebsmodus eingestellt?
Jede Heizung hat in der Regel 5 - 7 verschiedene Betriebsmodis. Das geht vom Handbetrieb über Sommerbetrieb bis zum Winterbetrieb.
Ist die richtige Betriebsart eingestellt? Steht die Heizung im Herbst auf Sommerbetrieb mit nur Warmwasseraufbereitung bleiben die Heizkörper kalt - und zwar egal wie kalt es ist und solange draußen keine Minusgrade sind.


8. Möglichkeit: 

Ist eventuell das Ausdehnungsgefäß defekt?https://strato-editor.com/.cm4all/uproc.php/0/.Ausdehnungsgef%C3%A4%C3%9F.jpg/picture-400?_=18572fbda3e
Bei einem defekten Ausdehnungsgefäß kommt es zu häufigen bis ständigen Druckschwankungen im System. Diese führen dann zu gehäuften Fehlermeldungen an der Heizungssteuerung und zu Druckverlust. Um den Druckverlust zu kompensieren, müssen Sie das Heizungssystem immer öfter mit Wasser auffüllen. Auf diese Weise kommen immer wieder neuer Sauerstoff und auch Kalk ins Heizungssystem. Der Sauerstoff kann auf Dauer zu vorzeitiger Korrosion führen. Der Kalkanteil im Wasser kann beim ersten Erhitzen zu Ablagerungen führen, was auf Dauer für den Leitungsquerschnitt nicht förderlich ist.
Die Klopfmethode kann schnell die Frage klären. Schallt der Klopfklang funktioniert es in der Regel noch. Klingt es dumpf, ist es voll Wasser gelaufen und kann nicht mehr wirken. Letzter Aufschluss kann eine Prüfung des Ventils geben. Drückt man mit einem spitzen Gegenstand darauf und Wasser spritzt, ist es defekt und sollte umgehend ausgetauscht werden. Bitte nicht im besten Anzug diesen Test durchführen! Ein defektes Ausdehnungsgefäß ist wieder herum ein Fall für den Heizungsbauer.


9. Möglichkeit: 

Bekommt die Heizung genügend Frischluft?
Bitte bedenken Sie, dass jeder Verbrennungsvorgang Sauerstoff benötigt. Es gibt Heizungen, die ihre Besitzer in den Wahnsinn treiben und immer wieder auf Störung laufen. Der Heizungsfachmann sucht und sucht und findet keinen Fehler. Nur das in der Woche zuvor neue Fenster eingebaut wurden und die Zuluftklappe mit der Außenisolierung verschlossen wurde, daran denkt keiner. Der Heizungsfachmann kommt, öffnet die Heizungskellertür, die Heizung bekommt Sauerstoff, die Heizung springt ohne Probleme nach Betätigen des roten Störungsknopfes an. 1-1,5 Tage später steht sie wieder auf Störung und so weiter.......
Dies ist keine Fiktion, sondern wirklich passiert. Ein Entwicklungsingenieur einer großen Mineralölgesellschaft wurde um Rat gefragt und hat sich die Heizungsanlage angesehen. Als er in den Heizungskeller wollte, nahm er einen Sog-Luftzug beim Öffnen der Tür wahr. Die Lösung war dann mehr als simpel - das Fenster wurde gekippt und die Heizung lief anschließend störungsfrei.


10. Möglichkeit: 

Alle weiteren Arbeiten sind nur noch etwas für den Spezialisten, denn die Ursache kann in einem defekten Außenthermostat und/oder falschen Einstellungswerten und/oder Defekten im Brenner oder Kesselbereichen liegen.

Wir haben Ihnen hier einen Weg aufgelistet, den wir grundsätzlich anwenden. Er wurde nach besten Wissen und Gewissen zusammengestellt. Es kann allerdings keine Haftung übernommen werden. Heizungsanlagen sind teuer und falsche Bedienung kann noch teurer werden. Ein Heizungsfachmann macht Sinn, dennoch kann er bei der ersten Fehlersuche nach dem obigen Prinzip bereits die richtigen Ersatzteile zu Beginn einpacken. Die Heizung läuft dann schneller wieder.

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